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"Kulturschock-Drama und Beziehungskiste

Am Reinhard Seminar in Wien präsentierten zwei Luc Bondy-Schüler gegensätzliche Sichten des Theater.

Die deutsche Wiedervereinigung ist nicht das frischeste aller Themen- und doch schaffte es die Bulgarin Magdalena Dimitrova aus der Meisterklasse Luc Bondys, dem Thema mit einem Ausschnitt mit dem Titel "Und jetzt - wohin?" aus dem dokumentarischen Drama "Wartezeit Deutschland" von Klaus Pohl neue Facetten abzugewinnen. Die diplomierte Theologin gab der Wiedervereinigung eine bulgarische Note, wohl auch, um ihre eigenen Erfahrungen als Grenzgängerin zwischen Ost und West unterzubringen.
Der Kulturschock, dem Emigranten aus dem Ostblock ausgesetzt waren und sind, wird hier noch durch eine sprachliche Komponente bereichert. Anders gesagt: Im Westen kann keiner Bulgarisch. Im Westen fliegen einem auch nicht die gebratenen Tauben in den Mund, und Bürokratie gibt es auch dort,wie "die Frau" (Nina Gabriel) erkennen muss. Als sie sich endlich etabliert hat, ist der Eiserne Vorhang schon gefallen, und es kommen die Massen, die eine illegale Flucht niemals gewagt hätten.
Das verbittert die Heldin, die sich nun ein Schild zulegt: "Unbefugten ist der Zutritt verboten."  Zu all dem gibt es passenderweise einen Soundtrack der "Mystere des Voix Bulgares".
Die Tragödie der zweiten Frau (Anna Böger) ist, dass sie aus persönlichen Gründen unbedingt wieder in den Osten zurück will, aber nicht darf. Beide Frauen sind in gewisser Weise zwischen Osten und Westen gefangen. Für Dimitrova ist, wie sie erklärt, beim Theater und bei der Theologie die Suche nach Wahrheit das Wichtigste. Bei vielen ihrer Kollegen vermisse sie die Aussage.

Das wird durch das zweite Stück des Abends perfekt illustriert:..... "


Die Presse, April 2001
 

Die Presse, April 2001

Wiener Zeitung, Dezember 2001

Der Standard, Dezember 2001

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